Allgemeines

Entgegen dem allgemeinen Verständnis des Wortes Priester in der breiten Bevölkerung, bezeichnet Priester, abgeleitet von griechischen "Presbyter", keine allgemeinen Ritualleiter oder religiösen Vorsteher, sondern bedeutet historisch im Kern explizit einen Mittler zwischen dem Göttlichen und den Menschen. In der katholischen Theologie hat dieser Mittler sogar einen Ausschließlichkeitsanspruch. Das bedeutet, dass man im katholischen Christentum keine Sakramente empfangen, keine Buße erfahren und auch keine Segnungen erhalten kann ohne die Hilfe eines ordinierten Priesters. Unabhängig vom katholischen christlichen Glauben bezeichnet der Priester im allgemeinen eine Person, die zwischen dem Göttlichen und den Menschen eine Vermittlungsrolle einnehmen kann; dies ist aber nicht zwingend erforderlich.

Der Begriff Schamane ist im Prinzip ein Kunstbegriff, der verschiedene ethnische Personen zusammenfasst, die auf eine bestimmte Weise Kontakt zum Göttlichen erhalten, zum Beispiel über Trance- und Divinationstechniken. Das Wort Schamane selbst leitet sich von der Bezeichnung der tungusischen "Medizinmänner- und -frauen", die šaman, ab. Die Wortbedeutung und Herkunft dieses Wortes ist bis heute nicht endgültig geklärt, wurde aber im 17. Jahrhundert als Lehnwort geprägt um bestimmte kultische, religiöse und spirituelle Praktiken zusammenzufassen.

Die Kelten hatten keine "Schamanen". Allerdings gibt es viele Quellen für schamanische Techniken, was nicht verwunderlich ist, da es diese in fast jeder Kultur gibt.

Der Zauberer und die Zauberin sind heutzutage geradzu klischeehaft besetzte Bilder von mysteriösen Gestalten mit spitzen Hüten und weiten Roben mit Sternen darauf. Allerdings ist generell in einem spirituellen Weltbild die magische Praxis nicht aus der Welt zu verbannen. So kann man sagen, dass jeder ein Zauberweber ist, der tiefer in die Geheimnisse dieser Welt eintaucht. Auch das Phänomen der Magie findet sich in allen Kulturen, sogar in unserer Alltagskultur und im christlichem Glauben, und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Kelten Magie, Zauber und Hexerei kannten.

 

Druiden

Die Druiden sind die sagenumwobensten Gestalten der keltischen Kultur. Wer kennt ihn nicht, den Miraculix aus der bekannten Comicreihe? Angetan mit weißer Robe und rotem Mantel brüteten sie über die Mysterien und Geheimnisse des Universums, brauten Zaubertränke und wandelten halbgottgleich unter den Menschen. Der Druide ist eine mystifizierte Person und das Bild vom Druiden wurde stark in der Zeit der Romantik und durch die moderne Esoterik geprägt. Aber dieses Bild ist in dieser Form nicht richtig.
Soweit man weiß, waren die Druiden ein Lehrstand, grob vergleichbar mit unseren heutigen Professoren und Doktoren, und bildeten das intellektuelle und theologische Rückgrat der keltischen Gesellschaft.
Die Trennung von Naturwissenschaft und Religion war in der Antike noch nicht so strikt vollzogen wie in heutiger Zeit, so daß man sagen kann, dass die Druiden sowohl Wissenschaftler, Gelehrte und Philosophen, als auch Zauberer, Mystiker und Ausrichter von Opferritualen waren.
In heutiger Zeit gibt es viele, die von sich behaupten, sie wären Druiden, Neodruiden oder ähnliches. Bei den Celtoi herrscht die Meinung vor, dass es durchaus legitim ist, sich dem druidischen Lebensweg zu widmen. Allerdings werden von uns Druiden in der Form nicht anerkannt.
Generelle Meinung ist, dass Druiden die Legimitation einer Gemeinschaft benötigen. Wer den druidischen Lebensweg einschlägt, ist nicht automatisch Druide. Das erfordert eine Vertiefung und Selbstaufgabe, die in heutiger moderner Zeit schier unmöglich scheint. Auch bedarf es einer grundsätzlichen Einigung einer Gemeinschaft, wofür Druiden überhaupt in unserer heutigen Zeit stehen sollten. Dieses ist aber bislang von keiner Gemeinschaft definiert worden.

Aus diesen Gründen gibt es bei den Celtoi auf absehbare Zeit keinen Druidenstatus.

 

Der Gutuater

In unserer Tradition ist der Gutuater, weiblich oder männlich, der Ritualleiter bzw. die Ritualleiterin.

Die Erfahrung und die Kommunikation mit den Göttern geschieht in der Regel individuell und persönlich, es gibt keine festgeschriebenen Rituale oder Vorgaben, wie dies zu geschehen hat. Celtoi ist eine Erfahrungsreligion, anders bei verkündenden Religionen kann der Kontakt mit den Göttern nur in einem intimen und individuellen Prozess stattfinden.

Ausnahme bilden Zusammenkünfte, Hochfeste und besondere Anlässe, wo ein Gemeinschaftsritus zelebriert wird. Dort findet eine begleitende Leitung des Rituals statt, die leitenden Personen bezeichnen wir nach historischem Vorbild „Gutuater“.
Eine Celtoigruppe kann den Gutuater situationsbedingt frei wählen oder eine Person auf einen vorher bestimmten Zeitraum dazu ernennen.

Der Gutuater muss

  • sein Amt nach bestem Gewissen ausüben.
  • die Rituale stets im Einklang mit der Umwelt durchführen.
  • nach seinen Möglichkeiten für die Gemeinschaft da sein und auf ihre Wünsche eingehen.


Der Gutuater unterliegt drei Tabus:
Ein Gutuater

  • darf sich niemals zwischen die Menschen und dem Göttlichen stellen.
  • darf niemals den Menschen seinen Willen aufzwingen.
  • darf der Gemeinschaft nicht verwehren ihre Rituale und Opfer selbst zu gestalten und auszuüben.


Wenn ein Gutuater für einen bestimmten Zeitraum fest bestimmt wird, sind mögliche Aufgaben:

  • Ausarbeitung von Ritualen für die Gemeinschaft
  • Ausübung von Ritual, Opfer und Anrufung für die Gemeinschaft
  • Hege des Kultplatzes


Der Gutuater muss immer ein Mensch aus unserer Mitte sein und von uns dazu ernannt werden. Diese Ernennung wird nichtig, wenn er gegen eines der Tabus verstösst.